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2 Schriftliche Evaluation in der Erwachsenenbildung

2.1 Begriffsbestimmung ‘schriftliche Evaluation‘

»Das Schreiben ist bekanntlich nach dem Reden die zweitbeste Methode zur Herstellung von Mißverständnissen unter Menschen.« William James Durant

Der Ursprung des Wortes ‚Evaluation‘ wird oft zu unrecht für lateinisch gehalten. Dabei handelt es sich eigentlich um eine romanische Wortschöpfung auf der Basis des lateinischen Verbs ‚valere‘ („wert sein, bei Kräften sein“). Über das althochdeutsche ‚waltan‘entwickelte es sich über das französische ‚valoir‘-> ‚valu‘-> ‚value‘ zu ‚évaluation‘mit der Bedeutung ‚Schätzung, Ermittlung, Wertbestimmung‘.
In der Aufklärungszeit kam das Wort in die deutsche Sprache und aus dem ‚ua‘ wurde ‚va‘, also ‚Evalvation‘. Es verschwindet um 1960 von der Bildfläche und taucht in der Mitte der achtziger Jahre erneut auf, diesmal als ‚Evaluation‘, semantisch aus dem Englischen abgeleitet mit der Bedeutung ‚Beurteilen von Lehrplänen und Unterrichtsprogrammen‘ (vgl. Karbach 1998, Internetquelle).[1]

Anstelle des Worts Evaluation sind verschiedenste Begrifflichkeiten vorzufinden, die teilweise synonym gebraucht werden oder Spezialgebiete umschreiben. Zu finden sind u.a. Erfolgskontrolle, Wirkungsanalyse, Erfolgscontrolling oder Qualitätssicherung.

In der Literatur sind ebenfalls verschiedene Definitionen vorzufinden. Herausgreifen möchte ich hier die Definition von Gerl, welche stark die päda- gogische Ebene hervorhebt: "Evaluation sollen alle jene Handlungen heißen, die dazu dienen, den Grad der Reflexivität von oder in Lernsituationen zu erhöhen" (Gerl 1983, S.19).

Das bedeutet also, daß durch eine gezielte Handlung das Nachdenken in einer Lernsituation oder nachträglich über sie angeregt bzw. verstärkt werden soll. Evaluieren bedeutet bei Gerl, Transparenz herzustellen über:

„Evaluation ist der Terminus für alle Bemühungen, die Situation in Lerngruppen allen Beteiligten transparent und in ihrer Entwicklung handhabbar zu machen“ (Gerl 1983, S.88)

Das bedeutet, daß über das gemeinsame Handeln Klarheit herrschen soll und die dadurch verfolgten Ziele von Trainer und Teilnehmer möglichst offen gelegt werden sollen. Weiterhin ist wichtig, daß sensibilisiert wird, ob durch das gemeinsam Geleistete die Handlungsfähigkeit gesteigert werden konnte und ob die gewählte Vorgehensweise und die soziale Interaktion lernförderlich sind. (vgl. Gerl 1983, S.20)

Bei Bronner und Schröder tendiert die Bedeutung von Evaluation zur Erfolgskontrolle. Diese Autoren vertreten eine aus der Betriebswirtschaft stammende Sichtweise.

Am weitesten gefaßt ist die vom‚Joint Committee on Standards for Educational Evaluation‘erarbeitete Definition: „Evaluation: Die systematische Untersuchung der Verwendbarkeit oder Güte eines Gegenstandes“ (Sanders 1999, S. 25). Diese Definition schließt alle möglichen Arten von Evaluation ein, da sie äußert allgemein gehalten ist.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß statt einer strikten Definition zunächst eine allgemeine Charakterisierung der wissenschaftlichen Evaluation vorgenommen wird, um diese in einem zweiten Schritt für die Zwecke dieser Arbeit einzugrenzen.

Nach Wottawa und Thierau (1998, S. 14) besteht ein allgemeiner Konsens darüber, daß Evaluation mit Bewertung zu tun hat. Sie kann als Planungs- und Entscheidungshilfe gesehen werden, die Handlungsalternativen bewertet. Eine weitere Forderung ist die Ziel- und Zweckorientierung, um praktische Maßnahmen auf Verbesserungsmöglichkeiten hin zu untersuchen. Weiterhin soll sie helfen, auch Maßnahmen zu überprüfen bzw. darüber entscheiden zu können.

Drittens herrscht Konsens darüber, „daß Evaluationsmaßnahmen dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Techniken und Forschungsmethoden angepaßt sein sollen“ (ebd.).

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