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Technik der schriftlichen Befragung

"Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt." Hermann Hesse

"Vor dem Hintergrund der zeitlichen Überlastung (...) gewinnt schließlich das Kriterium der Ökonomie eine besondere Bedeutung. Zusammenfassend läßt sich feststellen, Prüfaufgaben sind dann ökonomisch,

Prüfaufgaben sind demnach im höchsten Maße ökonomisch, wenn sie in den didaktischen Weg integriert sind und als Kontrollen des fortschreitenden Lernens, auch als Selbstkontrollen vom Schüler selbst, durchgeführt werden können." (Kleber 1992, S.195)
Dies gilt nicht nur für Prüfaufgaben, die als Wissensevaluation angesehen werden können, sondern m. E. für die gesamte Evaluation. Daher wird im folgenden die schriftliche Befragung präferiert, da diese die obigen Kriterien am besten erfüllt, wie noch gezeigt wird.

Für dieses Kapitel wurden verschiedene interdisziplinäre Quellen herangezogen, denn „für die Konzipierung und Realisierung einer betrieblichen ‚Klein- forschung‘ im Weiterbildungsbereich hat die Erwachsenenbildungswissenschaft in der Vergangenheit kaum begriffliche und instrumentelle Hilfen bereitgestellt“ (Arnold 1996, S.223). Aus diesem Grund sind im Kapitel 3 vermehrt Verweise auf psychologische Literatur enthalten.

Im folgenden wird auf die Technik der schriftlichen Befragung eingegangen. Die Vorgehensweise geht dabei vom Allgemeinen zum Speziellen: angefangen von grundlegenden Überlegungen zum Aufbau des gesamten Fragebogens und der einzelnen Abschnitte über die Fragearten und deren Reihenfolge bis hin zum Aufbau der Antworten.
Es folgen Anmerkungen zum Erscheinungsbild, eine Beschreibung des Ablaufes eines Pretests, eine Einführung in die Auswertung, Hinweise auf mögliche Fehlerquellen und zuletzt eine Übersicht über Vor- und Nachteile der schriftlichen Befragung.

3.1 Begriffsbestimmung ‘schriftliche Befragung‘

Die schriftliche Befragungkann verschiedene Formen annehmen. Ein Befragter kann einen Fragebogen in Anwesenheit eines Interviewers, der unterstützend eingreifen kann, ausfüllen, oder der Fragebogen wird in irgendeiner Form dem Befragten zugestellt, der diesen dann alleine ausfüllt.
Die schriftliche Befragung und die Beantwortung der Fragen kann sowohl auf Papier wie auch per Computer erfolgen.
Mein Verständnis von schriftlicher Befragung, das ich im weiteren Verlauf der Arbeit zugrunde lege, sieht folgendermaßen aus: der Befragte füllt selbständig den Fragebogen ohne Hilfe Dritter (Interviewer) aus.Dabei ist es für die Grund- lagen und den prinzipiellen Aufbau, die in diesem Kapitel beschrieben werden, unwesentlich, in welcher Form der Fragebogen vorliegt. Er kann also sowohl konventionell auf Papier wie auch virtuell auf dem Monitor vorliegen. Der Schwerpunkt liegt auf dem selbständigen Ausfüllen, das schriftlich erfolgt, wobei es unwesentlich ist, ob handschriftlich oder über den Computer mit Tastatur bzw. Mausklick. Wenn im folgenden Verlauf von ‚Befragung‘ bzw. ‚Fragebogen‘ die Rede ist, sind damit immer Evaluationsbefragungen bzw. -fragebogen gemeint.

3.2 Vorausgehende Überlegungen für die Erstellung

Natürlich kann einfach damit begonnen werden, daß man sich passende Fragen zum gewählten Thema des Fragebogens und des Evaluationsziels überlegt und diese dann schriftlich fixiert in einen Fragebogen preßt.
Effizienter ist beim Erstellen ein strukturierter Ablauf. Im ersten Schritt werden dazu zuerst Untersuchungsziele präzisiert. Danach werden übergeordnete Themen und Abschnitte bestimmt und zu diesen Fragen erstellt. Dazu können passende Fragen zu Anfang in einem Brainstorming zunächst gesammelt und dann im nächsten Schritt den passenden Abschnitten zugeordnet werden. Wenn Zeit und Mittel zur Verfügung stehen, können in der Planungsphase noch vermehrt offene Fragen erstellt werden.
Über einen Pretest durch eine Kleingruppe werden die Fragen beantwortet, und mit Hilfe der Ergebnisse können wiederum aus offenen Fragen geschlossene Fragen entwickelt werden.
Pretests werden durchgeführt, um eventuelle Mängel und Problembereiche innerhalb eines Fragebogens aufzudecken, wobei sie leider „... häufig fehlen oder nur in der Diskussion mit einem Kollegen bestehen“ (Kleber 1992, S.216). Letztlich sollten die Fragen dann nach verschiedenen Kriterien, die in diesem Kapitel erläutert sind, kontrolliert werden, so daß nur die geeignetsten Fragen bestehen bleiben.

Zusätzlich zu den eigentlichen Fragen wird eine Einleitung zum Fragebogen erstellt, die unter anderem eine Begrüßung und die Vorstellung des Untersuchungs- bzw. Evaluationsziels enthält. Am Ende des Fragebogens sollte eine Dankesformel stehen.

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